Griechenland und Inselhüpfen gehören eigentlich untrennbar zusammen. Nach Angaben der offiziellen griechischen Tourismusorganisation verteilen sich rund 6.000 Inseln und Inselchen auf die griechischen Meere, von denen 227 bewohnt sind. Dazu kommen sehr unterschiedliche Inselgruppen, die jeweils ihren eigenen Charakter besitzen: die weiß-blauen Kykladen, der Dodekanes im Südosten, die grünen Sporaden, die Ionischen Inseln im Westen oder die kleinen Saronischen Inseln unmittelbar vor Athen.
Theoretisch könnte man daraus unendlich viele Reisen zusammenbauen. Praktisch funktioniert Inselhüpfen aber am besten, wenn man sich zunächst für eine Region entscheidet und innerhalb dieser Inselgruppe bleibt.
Denn die wichtigste Erkenntnis für Einsteiger lautet:
Nicht jede Insel, die auf der Landkarte nahe aussieht, lässt sich auch bequem mit der nächsten verbinden.
Erst die Inselgruppe wählen – dann die Inseln
Wer zum ersten Mal Inselhüpfen plant, sollte nicht mit einzelnen Trauminseln beginnen, sondern zunächst überlegen, welche Inselgruppe zur eigenen Vorstellung vom Urlaub passt.

Die Kykladen sind der Klassiker. Paros, Naxos, Mykonos, Santorin, Milos, Sifnos, Serifos, Ios, Tinos oder Amorgos liegen in einem vergleichsweise dicht befahrenen Fährgebiet und lassen sich während der Sommersaison auf vielen Routen miteinander kombinieren. Von Piräus, Rafina und Lavrio bestehen zahlreiche Verbindungen in die Inselgruppe, zusätzlich verkehren viele Fähren direkt zwischen den Inseln.
Der Dodekanes funktioniert etwas anders. Hier bieten sich beispielsweise Kos, Kalymnos, Leros und Patmos für eine gemeinsame Reise an, während Rhodos ein guter Ausgangspunkt für Inseln wie Symi, Chalki oder Tilos sein kann. Die Entfernungen sind teilweise größer als in den zentralen Kykladen, dafür lässt sich eine Reise sehr schön mit einem Direktflug nach Kos oder Rhodos beginnen.

Die Sporaden sind überschaubarer. Skiathos, Skopelos und Alonissos bilden eine ausgesprochen schöne Kombination aus grünen Landschaften, Stränden und vergleichsweise kurzen Wegen. Skyros gehört geografisch ebenfalls zur Inselgruppe, ist in das typische Inselhüpfen zwischen den drei anderen Inseln allerdings weniger einfach einzubauen. Die offizielle griechische Tourismusorganisation zählt Skiathos, Skopelos, Alonissos und Skyros zu den Sporaden.
Die Saronischen Inseln eignen sich besonders für eine kürzere Reise ab Athen. Ägina, Agistri, Poros, Hydra und Spetses liegen vergleichsweise nahe am Festland und können teilweise auch für Tages- oder Wochenendtouren genutzt werden. Für einen ersten Kontakt mit Inselhüpfen, bei dem man keine langen Fährpassagen möchte, ist diese Region deshalb durchaus interessant.
Etwas komplizierter wird es auf den Ionischen Inseln. Korfu, Paxos, Lefkada, Kefalonia, Ithaka und Zakynthos liegen zwar in derselben Inselgruppe, das Fährnetz funktioniert dort aber nicht wie ein dichter Linienverbund der Kykladen. Einzelne Kombinationen sind sehr gut möglich, andere erfordern Umwege oder saisonale Verbindungen. Gerade hier gilt besonders: Erst die tatsächliche Verbindung prüfen, dann die Unterkunft buchen.
Die Kykladen sind nicht ohne Grund der Klassiker
Für Einsteiger sind die Kykladen wahrscheinlich die einfachste Region, um das Prinzip des Inselhüpfens kennenzulernen. Die Inseln liegen relativ dicht beieinander, es gibt im Sommer zahlreiche Verbindungen und man kann sehr unterschiedliche Reiseziele miteinander kombinieren.
Paros und Naxos beispielsweise liegen nur eine kurze Fährfahrt voneinander entfernt. Wer anschließend weiter nach Santorin, Mykonos oder auf eine kleinere Insel möchte, findet während der Hauptsaison meist mehrere Möglichkeiten. Im Fahrplan 2026 verkehren etwa tägliche Verbindungen auf der Achse Rafina – Andros – Tinos – Mykonos – Paros – Naxos; von Piräus bestehen ebenfalls zahlreiche Linien über verschiedene Kykladeninseln.
Gerade deshalb besteht aber eine gewisse Gefahr. Man beginnt zu zählen.
Paros zwei Tage.
Naxos zwei Tage.
Santorin zwei Tage.
Milos zwei Tage.
Und wenn wir schon dort sind, könnten wir doch noch...
Nein.
Wie viele Inseln sind sinnvoll?
Natürlich gibt es keine verbindliche Formel. Wer nur an den Strand möchte und kaum etwas besichtigt, reist anders als jemand, der mit dem Mietwagen Dörfer, Wanderwege und Buchten entdecken will. Für den ersten Inselhüpfen-Urlaub würden wir trotzdem eher großzügig planen.
Als vernünftige Orientierung bietet sich an:
- 7 Tage: zwei Inseln
- 10 Tage: zwei bis drei Inseln
- 14 Tage: drei bis vier Inseln
- 3 Wochen: vier bis fünf Inseln, eventuell mehr bei kurzen Entfernungen
Eine Woche mit fünf Inseln ist technisch machbar. Urlaub ist es irgendwann allerdings nur noch bedingt. Jeder Inselwechsel bedeutet auschecken, zum Hafen fahren, warten, einschiffen, fahren, ankommen, Unterkunft suchen beziehungsweise Transfer organisieren und wieder einchecken. Selbst eine zweistündige Fährfahrt kann dadurch einen erheblichen Teil des Tages beanspruchen.
Außerdem braucht eine Insel ein wenig Zeit. Am ersten Tag orientiert man sich. Am zweiten beginnt man sie kennenzulernen und am dritten entdeckt man oft jene Taverne oder jene Bucht, wegen der man eigentlich noch zwei Tage bleiben möchte. Genau dann abzureisen ist schade.
Die Reise muss nicht in Athen beginnen
Viele klassische Inselhopping-Routen starten in Athen, doch das ist keineswegs zwingend notwendig.
Gerade aus Österreich gibt es während der Sommersaison Direktflüge auf mehrere griechische Inseln. Dadurch kann man beispielsweise nach Kos, Rhodos, Kreta, Santorin oder Mykonos fliegen und von dort mit der Fähre weiterreisen, sofern die gewünschte Verbindung im jeweiligen Reisezeitraum angeboten wird. Das kann erhebliche Zeit sparen. Wer beispielsweise den Dodekanes bereisen möchte, muss nicht zuerst nach Athen fliegen und anschließend viele Stunden mit der Fähre nach Kos oder Rhodos fahren. Ein Direktflug auf eine größere Insel kann wesentlich praktischer sein, anschließend beginnt das Inselhüpfen vor Ort. Dasselbe gilt für die Sporaden: Skiathos besitzt einen Flughafen und eignet sich deshalb hervorragend als Einstieg in eine Kombination mit Skopelos und Alonissos.
Bei der Planung sollte man deshalb immer beide Möglichkeiten vergleichen:
Flug nach Athen + Fähre oder Direktflug auf eine größere Insel + Weiterreise per Fähre.
Wenn Athen der Ausgangspunkt ist: Drei Häfen statt einem
Wer über Athen reist, sollte eine Besonderheit kennen: Athen hat nicht nur einen Fährhafen. Die drei wichtigsten Ausgangspunkte sind Piräus, Rafina und Lavrio.

Piräus ist mit Abstand der größte und wichtigste Hafen. Von hier fahren Fähren unter anderem auf die Kykladen, in den Dodekanes, nach Kreta, auf die Inseln der nördlichen Ägäis und in den Saronischen Golf.

Rafina liegt östlich von Athen und ist besonders für die nördlichen und zentralen Kykladen interessant. Andros, Tinos und Mykonos gehören zu den klassischen Zielen, saisonal führen Verbindungen weiter Richtung Paros und Naxos.

Lavrio liegt südöstlich von Athen und spielt vor allem für Inseln wie Kea und Kythnos eine wichtige Rolle, bietet aber auch längere Verbindungen durch die Kykladen. Die Fahrpläne 2026 zeigen beispielsweise Linien von Lavrio über Kea und Kythnos weiter nach Syros und auf weitere Kykladeninseln.
Das klingt zunächst kompliziert, ist aber eigentlich nur eine Frage der Vorbereitung. Man sollte einfach vor der Buchung kontrollieren, von welchem Hafen die Fähre tatsächlich ablegt. „Athen“ als Abfahrtsort reicht nicht.
Inselhüpfen funktioniert nicht nach Luftlinie
Paros liegt neben Naxos. Also fährt sicher ständig eine Fähre. In diesem Fall stimmt das sogar. Aber dieselbe Logik funktioniert nicht überall. Fähren folgen Linien, und diese Linien hängen von Nachfrage, Inselgruppe, Saison, Schiff und Reederei ab. Dadurch kann eine weiter entfernt liegende Insel wesentlich besser erreichbar sein als eine geografisch nähere.
Ein Beispiel: Eine Fähre kann auf einer Route Piräus – Syros – Mykonos – Naxos – Ios – Santorin fahren. Eine andere verbindet Serifos, Sifnos, Milos, Folegandros und Santorin. Wer zwischen diesen Linien wechseln möchte, braucht möglicherweise einen Umstieg oder muss an einem bestimmten Wochentag reisen. Deshalb sollte eine Inselhopping-Reise immer entlang realer Fährverbindungen geplant werden und nicht ausschließlich anhand der Landkarte.
Ein gutes Vorgehen lautet:
Zuerst Wunschinseln auswählen, dann sämtliche Verbindungen prüfen und erst anschließend die Reihenfolge festlegen. Manchmal entsteht dadurch eine Route, auf die man selbst gar nicht gekommen wäre.
Nicht jede Fähre ist gleich

Auf griechischen Routen verkehren sehr unterschiedliche Schiffstypen. Die großen konventionellen Autofähren sind vergleichsweise langsam, bieten dafür viel Platz, Außendecks, Restaurants beziehungsweise Cafés und können Autos, Motorräder und oft auch größere Fahrzeuge transportieren.
Gerade längere Fahrten können auf solchen Schiffen ausgesprochen angenehm sein. Daneben gibt es Highspeed-Fähren und Katamarane, die wesentlich schneller unterwegs sind. Sie sparen Reisezeit, sind jedoch häufig teurer und bieten je nach Schiff deutlich weniger Möglichkeiten, sich draußen aufzuhalten. Auf unruhiger See werden Bewegungen auf kleineren Schnellfähren außerdem oftmals stärker wahrgenommen als auf einer großen konventionellen Fähre. Auch aktuelle Fährinformationen weisen darauf hin, dass Highspeed-Verbindungen schneller und meist teurer sind, während konventionelle Fähren häufig ruhiger laufen und für Fahrzeugtransporte besonders geeignet sind. Welche Variante besser ist, hängt deshalb nicht nur von der Fahrzeit ab. Für eine Strecke von 45 Minuten ist der Unterschied kaum entscheidend. Bei fünf oder sechs Stunden sieht die Sache anders aus.
Manchmal gehört eine langsame Fahrt mit einem großen Schiff, einem Kaffee auf dem Außendeck und mehreren Inselstopps ohnehin zu den schönsten Erlebnissen des Inselhüpfens.
Fähren nicht unnötig knapp planen
Ein häufiger Anfängerfehler besteht darin, Fährverbindungen wie Zuganschlüsse zu behandeln. Die erste Fähre kommt um 12:10 Uhr an, die nächste fährt um 12:30 Uhr. Perfekt. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Fähren können verspätet sein, insbesondere wenn sie bereits mehrere Inseln angelaufen haben. Dazu kommen Wetter, Hafenverkehr und kurzfristige Fahrplanänderungen. Bei einem Umstieg würde ich deshalb lieber etwas mehr Zeit einplanen, besonders wenn die zweite Verbindung nur einmal täglich fährt.
Noch wichtiger ist der letzte Tag der Reise.
Eine Fähre sollte niemals so knapp vor dem Rückflug liegen, dass eine Verspätung den Heimflug gefährdet.
Wer beispielsweise von einer kleineren Kykladeninsel nach Athen zurückkehrt und am selben Abend nach Wien fliegen möchte, baut sich selbst unnötigen Stress ein. Eine zusätzliche Nacht auf der letzten Insel mit Flughafen oder in Athen kostet zwar Zeit und Geld, bietet dafür aber erheblich mehr Sicherheit.
Der Meltemi gehört zur Ägäis
Besonders im Sommer spielt ein weiterer Faktor mit: der Meltemi.
Diese trockenen, nördlichen Sommerwinde gehören zum Klima der Ägäis. Die offizielle griechische Tourismusorganisation beschreibt sie als typische saisonale Winde, die während der heißen Sommermonate für Abkühlung sorgen. Für Badeurlauber kann das ausgesprochen angenehm sein, für den Fährverkehr manchmal weniger. Vor allem im Juli und August können starke Windperioden auftreten. Das Nationale Observatorium Athen registrierte im Sommer 2026 beispielsweise zahlreiche Tage mit kräftigem Meltemi; zwischen Ende Juli und Mitte August trat sogar eine längere Phase mit starken nördlichen Winden auf.
Das bedeutet nicht, dass ständig Fähren ausfallen. Es bedeutet lediglich:
Inselhüpfen braucht ein wenig Flexibilität.
Gerade bei einer Reise mit vielen Inselwechseln steigt automatisch die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann ein Fahrplan nicht exakt so funktioniert wie gedacht.
Tickets vorher kaufen
Früher ging man häufig einfach zum Hafen, kaufte beim Reisebüro ein Ticket und stieg auf die nächste Fähre. Das funktioniert teilweise auch heute noch. Darauf verlassen sollte man sich im Hochsommer allerdings nicht.
Besonders im Juli und August können beliebte Verbindungen und Fahrzeugplätze ausgebucht sein. Bei stark frequentierten Kykladenrouten wird für die Hochsaison eine frühzeitige Reservierung empfohlen; je nach Strecke und Reisezeit kann das mehrere Wochen oder sogar Monate vorher sinnvoll sein. Viele Fahrpläne werden einige Monate vor dem Reisetermin veröffentlicht und später noch ergänzt. Buchungsplattformen geben als üblichen Zeitraum etwa drei bis sechs Monate vor der Fahrt an, wobei gerade außerhalb der Hauptsaison Verbindungen auch später freigeschaltet werden können. Man sollte deshalb nicht nervös werden, wenn im Dezember noch nicht sämtliche Fährverbindungen für den folgenden August buchbar sind. Das bedeutet nicht automatisch, dass keine Fähre fahren wird.
E-Ticket statt Papierchaos

Die meisten großen Reedereien ermöglichen inzwischen elektronische Tickets beziehungsweise Online-Check-in. Das macht Inselhüpfen deutlich angenehmer als früher, weil man nicht vor jeder Überfahrt zunächst ein Reisebüro suchen muss.
Wichtig ist, die Buchungsdaten korrekt anzugeben. Bei großen griechischen Reedereien werden Fährtickets namentlich ausgestellt; außerdem wird eine aktuelle Mobiltelefonnummer verlangt, damit Reisende beispielsweise über Fahrplanänderungen aufgrund schlechten Wetters informiert werden können. Blue Star Ferries weist in seinen aktuellen Beförderungsbedingungen ausdrücklich auf diese Anforderungen hin. Ticket beziehungsweise Boarding Pass sollte trotzdem zusätzlich offline am Handy gespeichert werden.
Noch besser: Screenshot machen.
Denn ausgerechnet vor dem Hafentor ist nicht der ideale Zeitpunkt festzustellen, dass die Buchungs-App gerade ein Update durchführen möchte.
Rechtzeitig zum Hafen kommen
Kleine griechische Inselhäfen können sehr entspannt aussehen, bis die Fähre kommt. Dann verändert sich die Situation innerhalb weniger Minuten. Autos stellen sich auf, Lieferwagen warten, Passagiere sammeln Gepäck, Motorräder rollen heran, Hafenmitarbeiter rufen Anweisungen und plötzlich taucht ein Schiff auf, das größer wirkt als der gesamte Ort.
Wer zu Fuß reist, sollte genügend Zeit einplanen, um den richtigen Anleger zu finden. Als vernünftige Orientierung gilt besonders bei größeren Häfen etwa eine Stunde vor Abfahrt; mit Fahrzeug sollte man noch etwas großzügiger planen und die Angaben der jeweiligen Reederei beachten.
In Piräus ist das besonders wichtig, denn der Hafen ist riesig. „Wir sind eh schon in Piräus“ bedeutet noch lange nicht: „Wir stehen vor unserer Fähre.“
Mit Auto oder lieber ohne?
Das hängt stark von der Reise ab. Wer zwei Wochen mit dem eigenen Auto auf einer großen Insel verbringt und anschließend nur einmal weiterfährt, kann das Fahrzeug sinnvoll mitnehmen. Bei klassischem Inselhüpfen über mehrere Kykladeninseln wird es hingegen schnell teuer und umständlich. Für das Auto benötigt man auf jeder Fähre ein zusätzliches Fahrzeugticket, und gerade im Hochsommer können die Kapazitäten auf beliebten Verbindungen begrenzt sein. Außerdem braucht man auf manchen Inseln überhaupt kein eigenes Fahrzeug. Hydra ist beispielsweise weitgehend autofrei, während auf einer großen Insel wie Naxos ein Mietwagen einige Tage lang ausgesprochen praktisch sein kann.
Eine sehr flexible Variante lautet daher:
Als Fußpassagier von Insel zu Insel reisen und nur dort ein Fahrzeug mieten, wo man tatsächlich eines benötigt.
Das spart Fährkosten und macht spontane Änderungen wesentlich einfacher.
Gepäck: Weniger ist plötzlich mehr

Wer zwei Wochen im selben Hotel verbringt, kann den großen Koffer einmal vom Flughafen ins Zimmer rollen und danach vergessen. Beim Inselhüpfen sieht die Sache anders aus.
Der Koffer fährt zum Hafen - über die Rampe - auf das Schiff - vom Schiff herunter - zum nächsten Hotel - drei Tage später wieder zurück.
Spätestens beim dritten Inselwechsel entwickelt man überraschend viel Verständnis für Menschen, die mit einem kleinen Rucksack reisen. Das bedeutet nicht, dass Inselhüpfen nur mit Handgepäck funktioniert. Auf griechischen Fähren gibt es ausgewiesene Gepäckbereiche, und große Reedereien weisen darauf hin, dass Gepäck entsprechend den Anweisungen der Besatzung dort abzustellen ist.
Trotzdem gilt:
Alles, was man nicht mitnimmt, muss man auch nicht durch fünf Häfen schleppen.
Muss man jede Unterkunft vorher buchen?
In den Monaten Mai, Juni oder September kann spontanes Reisen auf weniger stark frequentierten Inseln durchaus funktionieren. Im Juli und August würde ich mich bei beliebten Inseln nicht darauf verlassen. Besonders auf Santorin, Mykonos, Paros, Naxos oder kleineren Inseln mit begrenztem Unterkunftsangebot kann es schwierig beziehungsweise teuer werden, kurzfristig etwas Passendes zu finden.
Eine gute Zwischenlösung ist, die wichtigsten Eckpunkte vorab zu buchen und bei einer längeren Reise einen gewissen Spielraum zu lassen. Wer allerdings zum ersten Mal Inselhüpfen macht, fährt wahrscheinlich entspannter, wenn Fähren und Unterkünfte grundsätzlich feststehen. Spontaneität klingt romantisch. Mit zwei Kindern, vier Koffern und 34 Grad am Hafen von Santorin wirkt sie manchmal weniger romantisch.
Welche Route eignet sich für Einsteiger?
Es gibt nicht die eine perfekte Route. Ein paar Kombinationen sind allerdings besonders unkompliziert.
Für die Kykladen bietet sich beispielsweise: Paros – Naxos – Santorin an.
Paros und Naxos sind hervorragend miteinander verbunden und unterscheiden sich trotzdem deutlich. Santorin sorgt am Ende für einen landschaftlichen Höhepunkt und besitzt einen Flughafen, was die Heimreise erleichtern kann.
Wer es ruhiger möchte: Milos – Sifnos – Serifos

Wer die nördlichen Kykladen kennenlernen möchte: Andros – Tinos – Mykonos
Im Dodekanes bietet sich beispielsweise: Kos – Kalymnos – Leros – Patmos an, wobei man bei kürzerer Reise einfach eine Insel weglässt.
Bei den Sporaden ist die klassische Kombination: Skiathos – Skopelos – Alonissos
Und für eine kurze Reise ab Athen können die Saronischen Inseln einen unkomplizierten Einstieg bieten.
Diese Beispiele sind keine fertigen Fahrpläne. Fährtage und Frequenzen ändern sich saisonal und müssen immer für den konkreten Reisezeitraum überprüft werden.
Die Reihenfolge kann viel ausmachen
Bei einer Rundreise lohnt sich auch die Frage:
Wo beginne ich und wo höre ich auf?
Es muss keineswegs immer eine geschlossene Runde entstehen. Wer beispielsweise nach Mykonos fliegt, anschließend über Naxos nach Santorin reist und von dort zurückfliegt, spart sich die Rückfahrt zum Ausgangspunkt.
Dasselbe funktioniert im Dodekanes mit unterschiedlichen Start- und Zielflughäfen. Solche sogenannten Open-Jaw-Reisen können etwas mehr Planung benötigen, vermeiden aber unnötige Fährkilometer. Gerade aus Österreich lohnt es sich deshalb, bei der Flugsuche nicht automatisch „Hin und retour zum gleichen Flughafen“ vorauszusetzen.
Inselhüpfen mit Kindern

Auch mit Kindern funktioniert Inselhüpfen sehr gut. Man sollte nur das Tempo anpassen. Jeden zweiten Tag die Unterkunft wechseln, Koffer packen und zum Hafen fahren, verliert für Kinder vermutlich schneller seinen Reiz als für Erwachsene. Bei einer Familienreise würde ich deshalb eher weniger Inseln und längere Aufenthalte wählen.
Auch die Fährzeiten spielen eine größere Rolle. Eine vierstündige Fahrt am frühen Nachmittag kann für Kinder ganz anders funktionieren als eine Abfahrt um sechs Uhr morgens. Große konventionelle Fähren bieten meist mehr Bewegungsfreiheit als kleine Schnellfähren. Man kann aufstehen, nach draußen gehen, etwas essen und das Einlaufen in die Häfen beobachten. Und gerade dieses Einlaufen kann für Kinder erstaunlich spannend sein. Die Fähre wird dann nicht zum notwendigen Transportmittel, sondern zum Erlebnis.
Wenn die Fähre ausfällt
Auch mit perfekter Planung kann etwas schiefgehen.
- Ein Sturm,
- ein technisches Problem,
- eine Änderung des Fahrplans

Deshalb sollte man während einer Inselhopping-Reise regelmäßig Nachrichten der Reederei und die angegebene Telefonnummer kontrollieren.
Bei Verspätungen und Annullierungen gelten auf vielen Fährverbindungen innerhalb der EU außerdem europäische Fahrgastrechte. Bei einer Annullierung beziehungsweise einer Abfahrtsverspätung von mehr als 90 Minuten können je nach konkreter Verbindung unter anderem Erstattung oder anderweitige Beförderung vorgesehen sein; bei schwerem Wetter bestehen allerdings Ausnahmen, insbesondere bei Unterkunftsansprüchen.
Für den normalen Urlaub ist jedoch etwas anderes fast wichtiger: Keine Panik.
Zur Information der Reederei beziehungsweise Hafenbehörde gehen, um alternative Verbindung zu prüfen und notfalls eine Nacht länger bleiben. Es gibt schlechtere Schicksale, als auf einer griechischen Insel festzusitzen. Nur der Rückflug sollte eben nicht am selben Abend stattfinden.
Inselhüpfen ist mehr als Transport
Wer zum ersten Mal eine griechische Fähre benutzt, betrachtet sie wahrscheinlich zunächst als Mittel zum Zweck. Nach ein paar Überfahrten verändert sich das. Man erkennt Inseln am Horizont. Man sieht, wie sich eine weiße Chora langsam aus dem braunen Fels schält. Die Fähre fährt in einen kleinen Hafen, scheinbar das halbe Dorf wartet bereits dort, Fahrzeuge rollen heraus, neue Passagiere steigen ein und wenige Minuten später wird die Rampe wieder hochgezogen. Dann verschwindet die Insel langsam hinter dem Heck.
Und irgendwann merkt man: Man wartet nicht mehr darauf, endlich anzukommen. Die Fahrt gehört bereits dazu.
Genau darin liegt wahrscheinlich der größte Reiz des Inselhüpfens.
Jede Insel fühlt sich wie ein neuer Urlaub an, ohne dass man Griechenland wirklich verlässt. Landschaft, Architektur, Essen und Atmosphäre verändern sich, manchmal schon nach einer Stunde auf dem Meer. Trotzdem sollte man nicht versuchen, möglichst viele davon zu sammeln, denn am Ende ist Inselhüpfen kein Wettbewerb.
Es geht nicht darum, nach zwei Wochen sagen zu können:
„Wir waren auf sieben Inseln.“
Viel schöner ist es, irgendwann auf einer Fähre zu sitzen, die letzte Insel hinter sich verschwinden zu sehen und bereits zu überlegen:
„Auf der wären wir eigentlich gerne noch zwei Tage geblieben.“
Dann war die Reise vermutlich genau richtig.
Stand der fährbezogenen Informationen: September 2026. Fahrpläne, Reedereien, Routen und Frequenzen ändern sich saisonal und teilweise auch kurzfristig. Vor jeder konkreten Reise sollten die Verbindungen für den tatsächlichen Reisetermin nochmals geprüft werden.
Bilder auf der Seite:
Hafen von Piräus - Foto: Nikolaos Diakidis / Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0 DE
Hafen von Rafina - Foto: Holger Uwe Schmitt / Wikimedia Commons – CC BY-SA 4.0
Hafen von Lavrio - Foto: Andreas Panagiotidis / Wikimedia Commons – Nutzung mit Namensnennung
