Unser erster Kreta-Urlaub im September 2018 hatten meine Freundin und ich in Agios Nikolaos verbracht. Wir wollten auch etwas von der Insel sehen, weshalb wir uns auch für 3 Tage ein Auto gemietet hatten. Da wir auch in die Berge fahren wollten und von den teils schlechten Straßen gehört hatten, haben wir uns für einen Suzuki Jimney Jeep entschieden. Damit könnten wir auch zum Teil "Offroad" unterwegs sein.
Bereits am ersten Tag hatten wir aber vor, uns die Südküste Kretas anzusehen und fuhren von Agios Nicholas geradewegs Richtung Süden nach Ierapetra. Die Stadt hatte nicht sehr viel zu bieten und so fuhren wir weiter Richtung Westen, da wir von Freunden die Info hatten, dass in diese Richtung (nach Myrtos) viele einsame und lange Strände am Lybischen Meer zu finden waren. Wir wurden aber vorgewarnt, dass es sich nicht um feinsandige Strände, sondern eher um steinige und teilweise schroffe Naturstrände handelte, wo man die Seele baumeln lassen konnte. Darauf freuten wir uns schon, da wir ein wenig das griechische Lebensgefühl erleben wollten.
Auf den Weg sahen wir Unmengen von Gewächshäusern, deren Plastikplanen zumeist ziemlich zerfetzt waren. Der Süden Kretas gilt als die wichtigste Region für Gemüseanbau und den Export nach Nord- u. Mitteleuropa). Kein schöner Anblick und wie wir nachgelesen haben, auch ein dementsprechendes Umweltproblem auf Kreta.
Jedenfalls irgendwo bei Myrtos fanden wir einen schönen wilden Strand. Da die Straße sehr schmal und ein parken dort nicht optimal war, fuhr ich geradewegs mit unserem Jeep zum Strand hinunter. Er bestand aus einem Sand-Steingemisch und da ich annahm, dass ein Jeep damit kein Problem haben würde.
Nun ja, ich kam runter, doch merkten wir schnell, dass der Jeep dort nicht wirklich weiterkam und wir dann stecken blieben. Mir fiel ein, dass er ja einen Allradantrieb hatte den man zuschalten kann, doch aus irgend einem Grund schaffte ich das nicht. Wir verzweifelten ein wenig. Jetzt hatten wir so einen coolen Offroader und steckten erst recht fest.
Wir versuchten einiges, auch dass ich den Wagen anschob und meine Freundin Gas gab, aber Fehlanzeige. Nichts ging mehr und der Suzuki grub sich nur mehr in den Sand.
Es blieb uns nur die Wagenvermietung anzurufen, damit uns die einen Abschleppdienst schicken konnten. Aber es kam wie es kommen musste und niemand hob ab.
Ich ärgerte und regte mich maßlos auf. Kurz darauf kam ein LKW daher und blieb stehen. Die Insassen schienen bemerkt zu haben, dass wir ein Problem hatten. Es stiegen 3 Männer aus und kamen zu uns. Sie waren sehr freundlich, möglicherweise weil wir ein wenig "unsicher" ausgesehen haben. Unser "Gefühl" sollte sich aber schnell in Luft auflösen, denn die Drei waren sofort zur Stelle. Zuerst versuchten sie den Wagen von selbst raus zu bekommen, aber sie sprachen dann in gebrochenem Englisch irgendwas von "damage" was mich annehmen ließ, dass sie den Allradantrieb meinten. Einer holte ein langes Seil aus dem LKW und machten dieses an unserem Wagen und am LKW fest. Dann zogen sie uns wieder auf die Straße rauf. Wir waren wirklich total froh und dankten den Dreien sehr. Sie lachten und meinten immer wieder "All OK". Ich wollte Ihnen für Ihre Hilfe 50€ geben, aber sie lehnten ab, winkten uns noch und fuhren mit ihrem LKW weiter.
Wir stellten unser Auto dann etwas weiter weg am Straßenrand ab und blieben dann noch ein paar Stunden an dem Strand. Wir waren froh, dass das doch noch ein schöner Tag für uns wurde und waren dankbar, dass es solche hilfsbereite Menschen noch gibt!
Persönlicher Reisebericht
Die hilfsbereiten Kreter
- Autor
- Community-Mitglied
- Reiseziel
- KretaOstkreta (Lassithi)
- Reisezeit
- September 2018
- Veröffentlicht
- 11.09.2026

