Nachdem unser Flug etwas Verspätung hatte, kamen wir erst am späten Nachmittag in Heraklion auf Kreta an. Unser Hotel lag etwas außerhalb von Georgioupolis und mir war bereits im Vorfeld klar, dass der Bustransfer dorthin etwas mühsam werden könnte. Und genauso kam es dann auch: Rund zweieinhalb Stunden waren wir unterwegs, bis wir endlich unser Hotel erreichten. Damit war für uns auch gleich klar: So eine Anreise tun wir uns künftig nicht mehr an – beim nächsten Mal gibt es einen privaten Taxi-Transfer.

Das Anemos Luxury Grand Resort war dafür ausgesprochen toll. Sowohl die gesamte Anlage als auch die Zimmer waren sehr gepflegt und sauber, und auch der hoteleigene Strandabschnitt hat uns sehr gut gefallen. Einzig der Bademeister war etwas gewöhnungsbedürftig. Aufgrund der höheren Wellen ließ er die Gäste kaum weiter ins Meer hinaus und seine Trillerpfeife war gefühlt den ganzen Tag zu hören. Einige Gäste begannen sogar mit ihm zu diskutieren – allerdings ohne Erfolg. Nun ja, ich war in meinem Leben schon bei deutlich höheren Wellen im Meer und niemand hat etwas gesagt, aber Sicherheit geht natürlich vor.

Im Hotel wird Deutsch und Englisch gesprochen und man findet eigentlich alles, was man für einen entspannten Urlaub braucht. Sogar einige kleinere Geschäfte befinden sich direkt in der Anlage.

Am oberen Ende des Resorts gibt es einen riesigen Kinder- und Rutschenbereich, den unsere Kinder entsprechend oft nutzten. Da die Hotelanlage wirklich sehr weitläufig ist, lässt sich der lange Weg vom Strand hinauf zu diesem Bereich am angenehmsten mit den Elektro-Cars zurücklegen, die regelmäßig durch die Anlage fahren.

Wir hatten Halbpension gebucht und sowohl beim Frühstück als auch beim Abendessen – jeweils in Buffetform – blieben eigentlich keine Wünsche offen. Untergebracht waren wir in einer Familien-Suite, die eher einem kleinen Haus glich und sich über zwei Ebenen erstreckte. Im unteren Bereich befanden sich Eingangsbereich, Bad und WC sowie Schlaf- und Aufenthaltsbereich mit Balkon. Im oberen Stockwerk gab es einen großen Raum mit zwei eigenen Betten für die Kinder. Für eine Familie wirklich ideal.

Ich selbst war bereits 2009 in Georgioupolis gewesen und war überrascht, wie wenig sich in dem kleinen ehemaligen Fischerdorf seither verändert hat.

Für drei Tage hatten wir uns ein Auto gemietet und wollten unter anderem nach Elafonissi fahren. Auf dem Weg dorthin legten wir in einem kleinen Bergdorf eine Pause in einem Kafenion bzw. Restaurant ein. Bei einem wunderbaren Ausblick über die kretische Berglandschaft genossen wir Kaffee und frisch gepresste Säfte – genau diese kleinen Zwischenstopps sind es, die ich an Griechenland immer besonders mag.

Kurz vor dem Ort in Prasonissi wurden wir allerdings auf riesige Parkplätze umgeleitet. Von dort musste man zunächst zu Fuß in den Ort und anschließend noch weiter bis zu den Stränden gehen. Bei der Hitze war uns das ehrlich gesagt zu anstrengend und ich ärgerte mich ein wenig, denn bei meinem letzten Besuch 2009 konnte man noch bis wesentlich näher an den Strand fahren. Aber gut – die Zeiten ändern sich.

Aus diesem und noch einigen anderen Gründen beschlossen wir schließlich, lediglich im Ort etwas zu essen und danach wieder Richtung Hotel zu fahren. Die Rückfahrt wurde dafür umso gemütlicher. In zwei kleinen Bergdörfern machten wir noch Halt. Bei einem netten Souvenirgeschäft fanden wir einige schöne Dinge und kamen mit den deutschsprachigen Inhaberinnen ins Gespräch. Im nächsten Dorf gab es noch ein Eis und natürlich durften auch einige kretische Kräuter als Mitbringsel nicht fehlen. Elafonissi muss also bis zum nächsten Kreta-Urlaub warten.

Am nächsten Tag stand der Palast von Knossos auf unserem Programm. Ich kannte die Anlage bereits und war zuvor schon zweimal dort gewesen, aber Knossos ist für mich immer wieder einen Besuch wert. Allerdings scheinen die Menschenmassen von Jahr zu Jahr größer zu werden. Alleine an der Kassa standen wir sicherlich eine halbe Stunde an. Natürlich kamen wir auch dort nicht an den zahlreichen Souvenirshops vorbei und nahmen wieder einige nette Erinnerungsstücke mit.

Anschließend fuhren wir weiter nach Stalis und Malia, weil ich früher gerade in dieser Gegend besonders oft Urlaub gemacht hatte. Bei meiner Familie kam die Region allerdings weniger gut an – und wenn ich ehrlich bin, gefällt sie mir mittlerweile selbst nicht mehr so wie früher. Vor allem Malia hat sich doch sehr stark zu einer Partymeile entwickelt. Das merkt – und riecht – man teilweise sogar schon untertags. Irgendwie hatte ich den Ort aus früheren Jahren anders in Erinnerung.

Chania am letzten Tag unserer Autotour kam hingegen bei allen hervorragend an. Die Stadt ist quirlig, lebendig und wirklich sehenswert. Der venezianische Hafen, die kleinen Gassen und das bunte Treiben sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre. Und natürlich eignet sich Chania auch bestens dazu, die Shopping-Lust der Kinder ausgiebig zu stillen. :-)

Alles in allem war es ein wirklich gelungener Urlaub. Und trotzdem haben wir wieder einmal festgestellt, wie unglaublich viel Kreta noch zu bieten hat. Der Osten der Insel, der Süden mit Matala und natürlich der Westen mit Falassarna und Balos stehen weiterhin auf unserer Liste.

Kreta ist eben eine Insel, die man kaum bei einem einzigen Urlaub wirklich kennenlernen kann. Und genau deshalb wird es für uns wohl auch in Zukunft immer wieder einen Grund geben, zurückzukehren.